Landesgartenschau 2005 in Leverkusen

Im Jahre 2000 wurde der Ideen- und Realisierungswettbewerb zur Landesgartenschau 2005 in Leverkusen durchgeführt. Grundidee unseres, mit dem 1. Preis gewürdigten Entwurfes, ist die Schaffung eines neuen, innenstadtnahen Parks, der in seinem Kernbereich von Gestaltungsmitteln moderner Landschaftsarchitektur geprägt ist und Leverkusen wieder an den Rhein bringt.

Insbesondere die Aufgabenstellung der Parkentwicklung auf einem ehemaligen Deponiebereich führte schon im Rahmen der Erarbeitung des Wettbewerbsbeitrages (gemeinsam mit Agirbas/Wienstroer, Neuss) zu der Erkenntnis, die Künstlichkeit des Standortes, einem riesigen Tiefgaragendach gleich, zum Leitthema der Gestaltung zu machen. Hier ist nichts mehr natürlich! Der Kernbereich wird von einem Rohrleitungssystem durchzogen, welches in der Aufsicht dem Schnittmuster einer Jacke gleicht. Der Standort ist saniert, aber auch gegenüber zukünftigen Umwelteinflüssen isoliert. Er wird von den Verkehrsadern unserer Gesellschaft umtobt: Autobahn im Norden, Eisenbahn im Osten, Schifffahrtslinie im Westen. Im Süden die Kulisse des Bayer-Werkes, welche - abends erleuchtet - mit dem zwiespältigen Charme der Industriearchitektur das Stadtbild prägt.

Der "bumerang", der Kernbereich des Parks, bildet deshalb bewusst einen Kontrastpunkt zu seinem Umfeld. Hier soll die Künstlichkeit des Standortes auch in Zukunft präsent bleiben. Im Osten und Süden, außerhalb der Deponieabdichtung, beeinflussen andere Parameter die Planung. Die Dhünnaue im Osten wird ein Stück wiedergewonnene Landschaft. Ein Flüsschen, dem die engen Korsettstangen der Betoneinfassungen und Regelquerschnitte entzogen werden, um wieder freier durch die "Aue" zu fließen. Die Rheinpromenade im Süden wird neuer Zielpunkt der innerstädtischen Hauptstraße. Hier gelangt in Zukunft Leverkusen an den Rhein.